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Trauerarbeit

Es muss einen Weg hindurch das ganze Leid geben. Verdrängung und "Runterschlucken" sind auf Dauer keine Lösung. Ich habe viel gelesen und habe auch 1.000ende Ratschläge von allen Seiten bekommen. Jedoch im Endeffekt steht man allein seiner Trauer entgegen. Das ist auch in so fern gut, daß der Partner seinen eigenen Weg finden muss, um mit dem Schicksal ins Reine zu kommen. Niemand darf einem Anderen seinen Weg der Trauerbewältigung aufzwingen.

Viele Bücher und Psychologen sprechen von mehreren Phasen der Trauer:
oder auch
Da ich keinen Wettlauf mache und mich nicht vergleichen will, wo ich im Moment stehe hilft mir diese Einteilung nicht. Was mir auch nicht hilft sind Selbsthilfegruppen. Vielleicht ist die Gruppe in der wir gemeinsam sind auch nur die Falsche. Jedoch wenn ich mich einmal im Monat mit anderen Eltern, die ihr Kind verloren haben treffe und jeder sich seinem Schmerz, seiner Trauer hingibt und immer wieder nach dem Warum fragt reißt das nur Wunden auf und hilft mir nicht das Geschehene zu verarbeiten. Vielleicht hilft es manchen, wenn sie sehen, daß auch andere schwere Schicksale haben und man nicht allein dasteht. Mir leider nicht.

Mir hilft es zu reden. Nicht zu klagen oder nach einem Sinn fragen. Reden über das "Neue Leben" und die Umwelt, wie sie nun neu auf einen wirkt. Reden mit Menschen, die einen gewissen Abstand zu mir haben und mir nicht auf die Schulter klopfen " …wird schon… ". Deswegen hilft mir als Atheist auch kein Gott, mit dem der Dialog sehr einseitig ist. Menschen, mit denen ich rede helfen mir meine Trauer nach außen zu tragen und somit ein Zeichen zu setzen: Ich bin anders. Ich trauere, aber ich lebe.. Ein erster Schritt für mich war es das Schicksal anzunehmen in dem Wissen, daß es einen Sinn darin gibt. So grausam der Weg auch ist, so hat er doch auch Gutes hervorgebracht. Meine Frau Antje und ich sind ein ums andere Mal wieder enger zusammengerückt und unsere Beziehung ist an diesem Schicksalsschlag gewachsen. Ohne die Trauerarbeit mit unserem Sohn hätte Antje weder die Totenwache bei Ihrem Vater noch dessen Beerdigung bewältigen können. Es gibt viele - auch kleine Dinge - die man sehen muss. Mit verweinten Augen geht das nur eben nicht.

Das schreiben dieser Webseite hat mir geholfen, da ich mich intensiv mit allen möglichen Belangen befassen musste. Ich habe viel gelesen, geweint und mir ein ums andere mal meinen Sohn angeschaut. Die direkte Konfrontation mit dem Konflikt, meinem Schicksal hat mich die Situation greifen lassen. Wir haben ein Totenbettchen, einen Sarg, ein Grab, eine Gedenkstätte, ein Fotoalbum, Trauerkerzen und andere Sachen für unsere Kinder gestaltet. In diesem Prozeß hat meine Frau ihre erste Fehlgeburt auch als ihre Tochter namens Lilly annehmen können. Es hat uns die Möglichkeit geben Rituale für uns und unsere Kinder zu schaffen. Und diese Rituale helfen uns nun täglich in unserem harten Schicksal zu lächeln. Jede Rabenfeder, jede Krähe und jede Lilie erinnern uns täglich an unsere beiden Sternenkinder.

Ich trage auf dem Unterarm ein Tattoo mit meinem Sohn darauf. Mein Sohn gehört zu mir und DAS möchte ich zeigen. Was ich nicht möchte ist eine ewige Mahnung an einen schweren Schicksalsschlag. Es ist wichtig eine offene, realistische Sichtweise zu seinem Schicksal zu bekommen und nicht zu sagen: "Wissenschaftler sagen, daß die Trauer im Schnitt 3 bis 5 Jahre dauert. Da habe ich ja noch x Jahre..". Trauer ist ein Weg und bestimmt kein einfacher. Doch es ist ein Weg den man kontrollieren kann und der nach angemessener Zeit - nach meiner Zeit - endet.
Chris Finsterer mit Lilly und Corbinian im Herzen



Quellen:
trauer.privat.t-online.de
palverlag.de
Seite aktualisiert 17.12.2012 09:15:16 Uhr und tagged mit:TrauerarbeitTrauerbewältigung